Frühstück in einem Karen Dorf
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Die richtige Wahl einer guten Trekkingorganisation
in Chiang Mai für einen Ausflug zu den Bergvölkern
der Karen, Hmong und Akha's zu treffen ist kein
leichtes Unterfangen: Gross ist das Angebot an gleichermassen seriösen,
wie auch zwiespältigen Organisationen, die Trekks in die Hilltribe
Regionen vorwiegend um den Doi Inthanon NP bei
Mae Wang anbieten.
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Das Angebot richtet sich bekanntlich nach dem Markt
und so ist es nicht weiter erstaunlich, dass diverse Organisatoren
der zweiten Kategorie ihre Kundschaft mit einem augenzwinkerndem
"wanna try Opium?" zu ködern versuchen - trotz der
extrem restriktiven Gesetzgebung der thailändischen Regierung.
Ausserdem verspürte ich wenig Lust mich als
Sherpa für einen nach einem stündigen Fussmarsch ausgepumpten
Opiumkonsumenten, der verzweifelt versucht, den Anschluss an die
Gruppe zu behalten, zu betätigen und suchte nach einer geeigneten
Alternative. Fündig wurde ich aufgrund diverser Empfehlungen
Einheimischer beim Eaglehouse.
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Reisfelder in den Bergen
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In vielen der Dörfern liegen mittlerweile
Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen vor. Diese
sind zumeist sehr einfach, aber reizvoll gehalten. Dabei handelt
es sich keinesfalls um offizielle Guesthouses - die Unterkünfte
sind vielmehr als Gästezimmer zu betrachten und dementsprechend
sollte man sich auch aufführen.
In den Dörfern, die oftmals über 1000M/üM
liegen, kann es in der Nacht schon mal empfindlich kühl werden
- die Mitnahme eines Schlafsacks, dessen Komfortbereich um die 5°
liegt, ist zumindest empfehlenswert.
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Fussnoten:
Die
im thailändischen Sprachgebrauch als Chao Khao bezeichneten
Bergstämme stellen ein knappes Prozent der gesamten Bevölkerung
in Thailand. Gut die Hälfte davon entfällt auf den Stamm
der Karen - insgesamt etwa eine viertelmillion
Menschen. Die zweitstärkste Gruppe ist die der Hmong
oder Meo (ca. 80'000); weitere grössere Gruppierungen
sind die Lahu (auch: Musur), die wahrscheinlich
ursprünglich aus dem tibetanischen Hochland stammenden Akha
(auch: Kor, Igor) sowie die aus China stammenden Lisu
(auch: Lisaw) und Yao (auch: Mien).
Danaben existieren aber noch eine Reihe weitere kleinere Ethnologien
von denen die Lawa besondere Erwähnung finden
sollten: Die etwa 10'000 Mitglieder umfassenden Volksgruppe wird
- obwohl in der Abgeschiedenheit der Berge um Mae Sariang und Mae
Hong Son siedelnd - seitens der Thai nicht zu den Hilltribes gezählt.
Im Gegensatz zu den anderen aufgezählten Stämmen, die
nachträglich eingewandert sind, leben sie schon weitaus länger
in der Region - länger als das Thaivolk selber und geniessen
insofern eine Art Sonderstatus. Trotzdem oder vielleicht gerade
deshalb gelten sie als die Volksgruppe, die ihre Eigentümlichkeit
bis zum heutigen Tag am besten bewahrt hat.
Spektakulär sind die sogenannten "Long
Necks" - eigentlich ein Unterstamm der Karen. Die aus Burma
eingewanderte Volksgruppe "schmückt" ihre weiblichen
Angehörigen mit übereinandergeschichteten Messingringen.
Die Bezeichnung "Long Necks" ist insofern irreführend,
da bei der Methode nicht der Hals verlängert, sondern der Brustkorb
heruntergedrückt wird. Dies ändert nichts an der Tatsache,
dass die Frauen sterben, wenn man Ihnen die Ringe abnehmen würde.
Zudem sind die Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit ihr Leben lang
stark eingeschränkt. So bleibt ihnen eigentlich nur eine "Aufgabe":
Einem Zoo ähnlich, den fotowütigen Touristen Motiv zu
stehen. Da der Touristenboom entscheidend dazu beiträgt, dass
wieder mehr junge Mädchen sich der Prozedur unterziehen müssen
und so ihrer Zukunft beraubt werden, haben wir aus ethischen Gründen
auf einen Besuch dankend verzichtet und raten Euch dasselbe - zudem
hat das "schmücken mit Halsringen" der Frauen und
Mädchen in Thailand selber an sich absolut keinen traditionellen
Hintergrund.
Das
von Pon und Anette - einem thai/irischen Pärchen - geführte
und verwaltete Eaglehouse ist eine der Ausnahmeerscheinungen im
Trekkingbusiness um Chiang Mai. Nebst der zwei kleineren Guesthouses
vermögen sie insbesondere mit ihren hervorragend geführten
Zwei- bis Viertagestrekks zu überzeugen. Die Trekks sind grundsätzlich
jedem der einigermassen gut zu Fuss ist zumutbar, ein Teil der Tour
wird dabei per Floss und per Elephant absolviert. Das Besondere
ist aber, dass die Organisatoren des Eaglehouse mit dem eingenommenen
Geld nachhaltig in die von Ihnen besuchten Dörfer investieren
- sei es um ein Schulwesen aufzubauen oder die Versorgung von sauberem
Trinkwasser sicherzustellen. Auf den Touren finden sich interessanterweise
erstaunlich viele deutschsprechende. Ich war auf einem Viertagetrek
mit dabei - der Unterschied punkto Entwicklungsstand zu anderen
Dörfern, die ich um Chiang Rai (aber auch in Laos und Vietnam)
auf eigene Faust erkundet hatte war offensichtlich. Das Eaglehouse
gibt's auch im Web, die Adresse lautet Eaglehouse.COM
Die
Initiativen, zur Modernisierung der Infrastruktur der Bergvölker
gehen grossteils auf die Königsmutter Mae Fah
zurück, die sich zeitlebens für die Integration der Hilltribes
einsetzte und immer noch tut. Durch Ihren unermüdlichen Einsatz
wurden Schulen, Gesundheitszentren und Strassen errichtet, sowie
die Wasserversorgung und notwendige Umstrukturierungen in der Landwirtschaft
initialisiert. Die Integration indes ist noch lange nicht abgeschlossen
und bei vielen Thais gelten die Bewohner der Bergdörfer noch
immer als "Wilde" und "Rückständige".
Die
Ausrüstung für einen Besuch in den Hilltribe-Villages
sollte folgendes umfassen: Schlafsack, gutes Schuhwerk, warmer Pullover,
Regenjacke, Ersatzwäsche, 100- 200 Bath/Tag in kleinen Noten,
Fotoausrüstung (vor dem knipsen bitte Fragen!) und Taschenmesser.
Als Mitbringsel empfehlen sich Verbandsmaterialien, (ungefährliche!!!)
Medikamente und Salz. Die Mitnahme von Fotografien unserer eigenen
Heimat, insbesondere der ländlichen, stossen bei den Einheimischen
auf reges Interesse und sind oft Anlass für gemeinsamen Diskussionen.
Auch die Verwendung einer digitalen Kamera ist insofern positiv
zu bewerten, da man die geschossenen Bilder zeigen kann, was die
Anonymität des Unterfangens erheblich reduziert.
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