7) Thailand: Lam Nam Kok Nationalpark
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Lam Nam Kok NP
Die zweite Reise zu den Bergvölkern
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Zwischenstopp in einem Hmong Dorf

Weberin
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Nach dem organisierten Trip in die Hilltribe-Dörfer
des Nordens um Chang Mai, beschloss ich - der Faszination
dieser einfach lebenden und doch so anmutigen Volksgruppierungen
hoffnungslos unterworfen - einen zweiten Ausflug, diemal allerdings
auf eigene Faust zu organisieren.
Die Hoffnung, geeignetes Kartenmaterial
zu finden begrub ich ziemlich schnell und suchte deshalb Kontakt
zu einem ortskundigen Führer. Ein polnisches Pärchen schien
dieselbe Idee zu haben und so waren wir mit dem Guide insesamt 4
Personen auf drei Motorräder verteilt, die am frühen Morgen
den Weg Richtung Lam Nam Kok Nationalpark bei klarem
Wetter in Angriff nahmen.
Mit wenig Gepäck, da nur ein Tagesausflug
vorgesehen war verliessen wir bald die asphaltierten Strassen und
legten einen kleinen Halt in einem Hmong Dorf ein. |
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Die Dörfer waren einfacher als auf unserer ersten Reise,
nichtsdestotrotz finden auch hier Versuche statt, vom populärer
werdenden Tourismus nebst der Landwirtschaft ein zweites wirtschaftliches
Standbein zu etablieren.
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Ein eindrucksvolles Beispiel fand sich in einem
benachbarten Akha-Dorf, in dem ein ins "ferne" Bangkok
ausgewanderter Einheimischer das Experiment "Akha
Hotel" initialisierte.
Mitten in den Bergen auf gut 1000 M/üM findet
sich ein kleines Hotel in einem kleinen Dorf mit
einfachen, aber sauberen Zimmern in auf Holzpfählen stehenden
Hütten und ein zugehöriges Restaurant mit lokalen Spezialitäten
der Einheimischen.
Die erwirtschafteten Gewinne durch Touristen kommen
hierbei direkt dem Dorf zugute, während bei organisierten Touren
mit Übernachtungsmöglichkeit in der Regel nur ein kleiner
Teil der Einnahmen in Form einer Provision in die Dörfer fliessen.
Ein - wie wir finden - mutiger Vorstoss, der auch für die Besucher
ein einmaliges Erlebniss darstellen dürfte. Vollkommen isoliert
und den Faktor Zeit ausklammernd ergeben sich wesentlich tiefere
Einblicke in die Lebensweise der verschiedenen Bergstämme,
resultieren intensivere Kontakte mit den Bewohnern der Dörfer,
als auf den organisierten und insofern sich nach einem Zeitplan
richtenden "all include" Tripps.
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Das Akha Dorf
Zimmer im "Akha Hotel"
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Lam Nam Kok NP
Thermalquelle im Lam Nam Kok NP
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In der Region findet sich auch der eigentliche
Nationalpark, dessen Zentrum sich direkt am Flusslauf befindet.
Der Lam Nam Kok Nationalpark mit seinen geothermischen
Quellen ist gleichzeitig eine der ansonsten eher selteneren
Plätze in Thailand, auf denen zelten nicht
nur geduldet, sondern auch erwünscht ist.
Auch für uns durch die Naturwege durchgeschüttelten
Motorradfahrer ein gemütlicher Platz zum verweilen und ein
warmes Bad zu nehmen.
Mittlerweile war die Sonne unverhofft dunklen Wolken
gewichen und wir schickten uns somit etwas früher als geplant
an, die Rückreise anzutreten.
Es verging keine halbe Stunde und wir fanden uns
in strömenden Regen wieder. Die Strassen waren nur noch erschwert
fahrbar und die rote, tonhaltige Erde des Weges hatte sich in eine
Unterlage verwandelt, die der Konsistenz von Seife entsprach.
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| Auch als
relativ erfahrener Motorradfahrer gelangt man in Situationen, bei
denen sich der Herzschlag in markanter Weise beschleunigt. Diese
zweifelhafte Vergnügen hatten wir beim traversieren einer gut
400 Meter langen Holzhängebrücke über den Lam Nam
Kok River.
Das wacklige und rutschige Konstrukt liess in seiner
Breite gerademal einem Motorrad Platz. Zu langsames fahren bedeutet
Instabilität, zu schnelles verhindert die Möglichkeit,
Fahrfehler zu korrigieren, die durch das teilweise fehlende Geländer
wohl unweigerlich in einem 5 Meter Sprung samt Maschine und Gepäck
in den darunterliegenden Flusslauf resultiert hätten - keine
beruhigende Option.
Die Weiterfahrt erwies sich durch die extrem rutschigen,
steilen und ausgefahrenen Wege als sehr anstrengend und wir kamen
schlechter voran als uns lieb war - wir hatten noch nahezu 20 km
Wegstrecke zurückzulegen; es begann zu dämmern und in
einer halben Stunde würde es dunkel sein.
In der Dunkelheit zu fahren wäre gefährlich
gewesen: Des öftreren waren die Passagen eng, erforderten aber
ein verhältnismässig hohes Tempo, um nicht steckenzubleiben.
Wir berieten uns, was zu machen sei und kamen zum
Entschluss, sich einen Platz für eine Uebernachtungsmöglichkeit
zu suchen- bloss wo? Kein Mensch, kein Dorf weit und breit...
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Flussüberquerung des Nam Mae Kok
Rivers
Impressionen einer Schlammschlacht
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Fussnoten:
Die "Thailand
North-Karte" des Berndson
& Berndson Verlages tut zwar durchaus ihren Dienst beim
befahren der normalen Wegstrecken, sich jedoch auf den Irrwegen
der zahlreichen Wege und Pfade in den Bergen zurechtzufinden, ist
eine andere Sache. Das Hinzuziehen eines lokalen Führers, der
nebst Thai auch über Sprachkenntnisse der lokalen Ethnologien
verfügt, empfiehlt sich.
Das Akha Hotel
auf eigene Faust zu finden ist ein recht schwieriges Unterfangen,
da wie schon erwähnt, kein exaktes Kartenmaterial existiert.
Mit einem Guide lässt sich das Vorhaben doch realisieren -
er kann Euch ins Dorf bringen und holt Euch einige Tage später
wieder ab. Als Anlaufstelle empfehlen sich hier die Betreiber des
Chat House Guesthouses in Chiang Rai und/oder der
sich auf dem Areal befindlichen Motorradvermietung. Um trotzdem
einigermassen autark zu sein, haben die Betreiber des Akha Hotels
eine kleine Wegbschreibung
erstellt.
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