Hüttentour durch die westl. Stubaier Alpen.
Datum: Dienstag, 08.Februar. @ 08:39:48 CET
Thema: Activities


Einwöchige Hüttentour von der Winnebachseehütte - Westfalenhaus - Franz-Senn-Hütte - Neuen Regensburger Hütte. Mit Gipfelbesteigungen des Hohen Seeblaskogl, Aperer Turm und Basslerjoch.
Bild:
http://www.bergfotos.com/oesterreich/touren-beschreibung/t-b-stubaier-1.jpg

1. Tag:
Aufstieg von Winnebach zur Winnebachseehütte 2362m.
Winnebach 1692m, unserem Aus- gangspunkt. Wir schulterten unsere Rucksäcke und nun ging es durch das schöne Tal auf gut ausgebautem Weg "141" zur Winnebachseehütte, die direkt an dem gleichnamigen See gelegen ist.
Lager bezogen und danach noch einen kurzen Spaziergang auf die mit einem Gipfelkreuz ge- schmückte "Ernst-Riml-Spitze" 2530m. Von dort hat man einen schönen Überblick in das kleine Rund um die Winnebachseehütte. Abends lernten wir noch den Hüttenwirt dieser schönen Hütte kennen, der für unseren Weiterweg zum Westfalenhaus einen Tipp parat hatte.
Gehzeit: 2,5 h ab Winnebach / HM = 900m

2. Tag:
Winnebachseehütte - Hoher Seeblaskogl 3235m - Westfalenhaus.
Der Hüttenwirt hatte uns nicht den direkten Weg über das Winnebachjoch empfohlen, sondern den südseitigen Weg über den "Hohen Seeblaskogl", Abstieg über den spaltenfreien "Grünen Tatzenferner" und über die Gletschermoräne auf den markierten
"Dr. Siemonsweg" (Weg 137) zum Westfalenhaus. Allerdings waren wieder für den Nachmittag Gewitter gemeldet, doch dann sollte man aber bereits am Ziel sein.
Erst geht der Weg, vorbei wieder an der vom Vortag noch bekannten "Ernst-Riml-Spitze" , in ein kleines Tal. Gut zu erkennen, das hier vor langer, langer Zeit mal ein Gletscher geflossen ist. Es folgt ein steiler Anstieg über eine Gletschermoräne, und nach einigen Gehminuten öffnet sich der Blick auf einen schönen Gletschersee, der unterhalb vom Bachfallenferner gelegen ist. Eine schöne Hochgebirgskulisse. Nach einer kurzen Rast kommt nun ein heftiger, steiler Aufstieg zu einem Felsvorbau des Hohen Seeblaskogl. Blockgestein, nein besser Blockhalde, musste nun in einigen steilen Serpentinen überwunden werden. Zum Glück lag im oberen Teil noch genügend Restschnee, der dank seiner schattigen Lage noch guten festen Firn hatte, auf dem man besser emporsteigen konnte. Erst waren es noch Schönwetter-wolken, dann kamen Haufenwolken, die sich mehr und mehr zusammenbrauten. Wir dachten an die Gewittergefahr und machten nun keine Pausen mehr. Auch war es wieder schwülwarm geworden was uns überhaupt nicht gefiel. Wir kamen an den Rand des "Grünen Tatzenferners" (Pkt: 3100m) und sahen nun auch das Gipfelkreuz des "Hohen Seeblaskogls". Immer das Wetter beobachtend gingen wir in direkter Linie zum gegenüberliegenden Felskamm, der sich östlich vom Gipfel des Seeblaskogls herabzieht. Um schneller zu sein, deponierten wir unsere grossen Rucksäcke zwischen Schnee und Felsen unterhalb vom Gipfel und über Blockkletterei ging es zum Gipfel. Das Wetter hielt noch, doch viel Zeit durften wir uns auf den Gipfel nicht nehmen. Mir machten ein paar Fotos und stiegen über den selben Weg wieder ab, nahmen die Rucksäcke und gingen flott über den weichen Firn des "Grünen Tatzenferners und steilen Moränenrücken hinab in das Längental. Von dort ist es nur noch knapp 1 h bis zum Westfalenhaus. Also einen schönen Platz gesucht und die längst fällige grosse Rast nachgeholt. Kaum richtig ausgebreitet, Schuhe ausgezogen, einen von der Sonne aufgeheizten warmen Stein gefunden um sich letztendlich richtig lang zu machen, währte unser Pausenglück nicht lange. Der Himmel zog sich recht schnell zu, starker Wind kam auf und es fing zu nieseln an. Eindeutige Zeichen, das man die Pause doch vielleicht besser in der Berghütte nachholen sollte. Nach einer knappen Stunde erreichten wir das Westfalenhaus, setzten uns auf die Terrasse nach draussen, um bei einem gemütlichen Bier diesen Tag Revue passieren zu lassen. Kaum den ersten Schluck getrunken donnerte es in der Ferne, und innerhalb kürzester Zeit gab es einen starken Wolkenbruch, und ein wenig später das Gewitter dazu. Das war ein Timing.
Gehzeit: 6 h / HM = 930m

3. Tag:
Westfalenhaus 2273m - Längental - Lisenstal - Horntaler Joch - Horntal - Franz-Senn-Hütte 2147m.
Dies sollte der längste Tag werden. Vom Westfalenhaus gingen wir den unteren Weg ("Winterweg") durch das Längental hinab bis zum Jugendheim. Von dort eben bis fast zur Lisenser Alm. Kurz vor der Alm zweigt der Weg in östl. Richtung (in Gehrichtung rechts) gegen den steilen Berghang bergan. Endlich machten wir wieder Höhenmeter, die man ja vorher so leichtfertig durch den Talabstieg verschenken musste.
Nach einer weiteren Abzw. am "Spielgruben" geht es in Richtung "Horntaler Joch". Sobald der Weg wieder flacher wird, hat man schöne Blicke auf den Lisenser Fernerkogel im Süden und weiter westlich die Schöntal -und Zischgelesspitz. Nun biegt der Weg in das "Grosse Horntal" und am Ende wird es nocheinmal steil bis zum Horntaler Joch 2819m. Auf der anderen Seite wird der Weg gemüt- licher und schon nach kurzer Zeit zieht sich der Weg durch grüne Wiesenmatten mäßig steil zur Franz-Senn-Hütte bergab, die man schon in der Ferne gut erkennen kann. Bedingt durch die vielfältigen Möglichkeiten, die um diese Berghütte herum geboten werden (Alpenvereinskurse, Klettergarten, Klettersteige, Hochtouren...), und die Nähe zum Parkplatz im Tal ist es auf und um dieser Hütte erheblich lebhafter als auf den bisherigen Hütten.
Gehzeit: 6 h / HM = 1165m.

4. Tag:
Franz-Senn-Hütte 2147m - Aperer Turm 2984m - Franz-Senn-Ht.
Prächtiges Wetter, heute ist ein Gipfeltag. Wir gingen diesmal mit leichtem Gepäck von der Franz-Senn-Hütte in Richtung Talschluss.
Nach 20min. Gehzeit zieht der Weg am rechten Hang empor und man überwindet einige kleine leichte Felsstufen, und gelangt auf den Moränenrücken des "Alpeiner Ferners". Nun wird zum ersten Mal der Blick frei auf die umliegenden Gletscher, oder das was noch übrig geblieben ist. Bei Pkt. 2700m zweigt der Weg im rechten Winkel nach rechts (gegen Westen) ab und verläuft gut markiert durch leichtes Blockgelände zu einem schönen Gletschersee, der vom "Turmferner" gespeist wird. Der Gipfel des Aperer Turm ist bereits sichtbar und über einen kurzen Hang und einer versicherten kurzen Scharte ist man auf dem Gipfel des Aperer Turm 2984m angelangt. Schöner Rundblick auf das Rund der 3000er um die Franz-Senn-Hütte.
Der Abstieg war der gleiche Weg wie der Aufstieg.
Gehzeit: 5 h (Auf -und Abstieg), HM = 955 m.

5. Tag:
Franz-Senn-Hütte - Schrimmennieder - N. Regensburger Hütte.
Über Nacht war der Luftdruck gefallen, der Wetterbericht hatte wieder für den Nachmittag Gewitter gemeldet. Von der Franz-Senn-Hütte geht es erst gemütlich, fast eben, auf einem Höhenweg (Weg "131") über dem Tal entlang.
Nach einer guten Stunde bei Pkt. 2200m wird der Weg steiler. Bedingt durch Steinschlag-gefahr ist der Wegverlauf geändert worden. Es war aber alles bestens beschildert, sodaß man den neuen Wegverlauf eigentlich nicht verfehlen kann.
Kurz vor der Scharte "Schrimmennieder" steht man vor einem Meer an Gesteinsblöcken, die einem das Schlimmste befürchten lassen. Doch der Weg macht einen weiten Linksbogen und bei näherer Betrachtung zieht sich sogar eine Wegspur durch dieses Blocklabyrint.
Am "Schrimmennieder" bietet sich die Möglichkeit noch das in 20 min. entfernte Basslerjoch zu besteigen, doch die Wetterlage und die Aussicht war alles andere als gut, es war schwülwarm und gewittrig, sodaß wir es vorzogen, direkt zur Neuen Regensburger Hütte abzusteigen. Eine kleine gesicherte Felspassage forderte nocheinmal die Konzentration und nach weiteren 30min. Abstieg hat man den steilsten Teil nach der Scharte "Schrimmennieder" hinter sich. Nun folgt noch ein schöner ebener Höhenweg bis zur Neuen Regensburger Hütte 2286m.
Gehzeit: 4 h / HM = 650m.

6. Tag:
Neuen Regensburger Hütte - Basslerjoch - N. Regensburger Hütte.
Da der Übergang über den "Grawaggrubennieder" zur Dresdner Hütte wegen Steinschlaggefahr gesperrt war, das Wetter bis zum späten Mittag sich halten sollte, wählten wir keinen Hüttenübergang, sondern einen schönen aussichtsreichen Wandergipfel, der einen schönen Blick in die zentrale Gruppe der Stubaier bieten sollte.
Der Aufstieg ist der gleiche Weg wie vom Vortag bis zum 2714m hoch gelegenen "Schrimmennieder". Nocheinmal die kurze gesicherte Felspassage, und dann von der Scharte auf dem breiten Rücken in nördlicher Richtung auf das Basslerjoch 2830m.
Da wir Beide recht früh oben waren, ist der sonst an Schönwettertagen recht stark frequentierte Gipfel diesmal einsam. Die Aussicht ist grandios, auch wenn der Blick in südwestl. Richtung die hohe Ruderhofspitze den Blick auf weitere Berge im Süden einschränkt. Dies macht aber dem Gipfelvergnügen keinen Abbruch. Nach 2 Stunden Gipfelschau gehen wir wieder bis zum "Schrimmennieder" zurück, und weiter gemütlich zur Neuen Regensburger Hütte. Nachmittags gingen wir in Richtung Talschluss und schauten uns das nahegelegene Hochmoor an, das eine sehr interessante Flora zu bieten hat. Auch kann man in den Tümpeln noch Bergmolche beobachten. Runde, große, geschliffene Steine sind stumme Zeitzeugen, das hier mal vor sehr langer Zeit ein Gletscher entlanggeflossen ist.
Gehzeit: 4,5 h / HM = 610m.

7. Tag:
Neuen Regensburger Hütte - Abstieg nach Falbesona.
Über Nacht kam eine kurze Schlechtwetter-front, und wir stiegen morgens bei strömenden Regen von der Neuen Regensburger Hütte in das "Unter Berg Tal" nach Falbeson 1200m ab (Weg "133"). Von dort mit dem Bus nach Innsbruck.
Gehzeit: 3 h / HM Abstieg = 1075m.

Bergbilder, zwei Panoramafotos, Infos und nützliche Links zu den Berghütten dieser Tour findest Du unter

http://www.BERGFOTOS.com

.






Dieser Artikel kommt von OUTDOOR.ch
http://www.outdoor.ch

Dies ist die Printversion dieses Artikels. Das Originaldokument befindet sich hier:

http://www.outdoor.ch/modules.php?name=News&file=article&sid=112