Tanzania
Die Nationalparks
In bestimmten Ländern kommt man bekanntlich nicht umhin, für bestimmte
Dienstleistungen Guide's oder Drittinstitutionen zu konsultieren - manchmal
durchaus zu Recht. So ist beispielsweise in den ostafrikanischen Ländern
Kenya und Tanzania der Einlass in die weltberümten Parks Masai Mara/Serengeti,
Ngorogoro oder Lake Manjara im Alleingang nicht zugelassen; zum Schutz der
Natur und zum Selbstschutz der Touristen, die teilweise auf die abstruse
Idee kommen, Ihre Hauskatze hätte frapierende Ähnlichkeiten mit den
faul herumliegenden Löwen.
Kommt dazu, dass die auch für europäischen Verhältnisse recht happigen
Eintrittsgebühren von 100 US-$ pro Tag grossteils für Unterhalt und
Pflege, respektive zum Schutz vor Wilderern sicherlich gerechtfertigt sind.
Im Ngorogorokrater in Tanzania leben die 15 letzen Spitzmaulnashörner der Erde, die permanent
von Jagdaufsehern bewacht werden (Ein Wächter kommt auf ein Nashorn - 24 Stunden!!!).
Bei Einbruch der Dunkelheit ist der Park, der nur mühsam über zwei steil vom
Kraterrand abfallende Naturstrassen ereichbar ist, unter strikter Einhaltung zu verlassen.
Der Weg lohnt sich trotzdem - schon der Anblick vom Kraterrand aus ist
schlicht überwältigend und sucht weltweit seinesgleichen. Dasselbe gilt für den Lake Manyara;
neben dem Gombe Stream im Osten mein persönlicher Favorit: Durch dichtes Gehölz und umgeben von
tausenden von Jahren alten Baobas (Affenbrotbäumen) schlängelt sich eine rotgefärbte Naturstrasse
beinahe Jurassic-parc-like durch die Wildnis - hinter jedem Strauch oder Gehölz
findet sich eine neue Überraschung. Doch für den Tourist gilt auch hier: Der Park ist Nachts zu
verlassen, nur Personen, die journalistische oder naturwissenschaftliche Beweggründe vorweisen können,
erhalten eine Sondergenehmigung, die ihrerseits wieder einen beträchtlichen finanziellen Aufwand darstellt.
Umso wichtiger also, eine Organisation zu finden, die erstens die Gesetzmäesigkeiten des Landes und
der Parks kennt und darüber hinaus dem Individualtouristen auch beratend zur Seite steht, was die eventülle Weiterreise auf
eigene Faust betrifft. Die Auswahl von berechtigten kommerziellen Institutionen, denen erlaubt ist, die Reservate und Parks zu
besuchen ist für afrikanische Verhältnisse relativ restriktiv; es existiert auch eine schwarze Liste von Firmen, denen entweder
die Berechtigung entzogen wurde, oder zumindest nur vereinzelte Parks aufsuchen dürfen.
Wir haben gute Erfahrungen mit Moon Adventure Tours gemacht. Die Leute verfügen nicht
nur über eine grosse Erfahrung, was Trecks anbelangt. Unser Guide hat den Kilimanjaro beispielsweise 158 mal bestiegen
(Stand November '98) und schafft ihn im Alleingang laut eigener Aussage innerhalb 24 Stunden
(Und wenn Ihr ihn trefft zweifelt Ihr sicher genauso wenig daran wie wir).
Darüber hinaus kann Euch Hassan Kitundu, der Inhaber von
Moon Adventure auch bei Eurer Weiterreise behilflich sein; sei es mittels
Auto, Bus, Lastwagen oder Flugzeug.
Neben den obligaten "Standardtrecks" wie Kilimanjaro, Serengeti, Ngorogoro sind auch eine Reihe weiterer
interessanter Trecks möglich. So ist als Alternative zum beinahe schon übervolkerten Kilimanjaro, die Besteigung des Mount Merus -
mit 4528 m immerhin der fünfthöchste Berg Afrikas ein faszinierendes Erlebnis. Dasselbe gilt für einen Besuch der Serengeti per
Heissluftballon; erst aus der Vogelperspektive wird einem die Weite der Serengeti und die Dimension der Herden richtig bewusst.
Sei's drum,natürlich sind die meisten Parks die Touristenattraktion schlechthin in Ostafrika,
der Faszination der Naturschönheiten kann sich jedoch kaum einer entziehen. Gehen Sie aber bitte nicht von der Annahme aus,
dass Sie "allein auf weiter Flur" sind - Reiseorganisationen aus allen Ländern der Erde haben insbesondere die Serengeti,
die Region um den Kilimanjaro und den Ngorogoro-Krater längst entdeckt und entsprechend vermarktet.
Der Abend am Rand der Parks, in freier Natur oder in einem kleinen Camp kann jedoch mit den entsprechenden Leuten zu einem
aussergewöhnlichen Erlebnis werden. Inmitten der Natur von unbekannten Geraüschen umgeben kann sich sehr wohl
Lagerfeürromantik auf afrikanisch einstellen.
Eine Reise ins Landesinnere lohnt sich in jedem Fall. Ab Dodoma, der Hauptstadt Tanzanias, bestehen allerdings
keine Busverbindungen mehr Richtung Westen. Die Weiterreise geschieht entweder per Flugzeug oder mit der Bahn (TaZaRa) - überhaupt eines der
reizvollsten Erlebnisse. Die Tickets können von Dar es Salaam gebucht werden; rechtzeitige Reservierung ist unbedingt empfehlenswert!
Zur Haupstadt Dodoma: Eigentlich ganz reizvoll, besonders was die Fussgängerzone anbelangt. Touristen werden ab hier zunehmends seltener.
Allerdings besteht in Dodoma ein akuter Hotelmangel. Es existiert eines in der Innenstadt, dass um es mal milde auszudrücken, nur
bedingt erdebebensicher ausschaut und das Dodoma-Hotel am Bahnhof hält leider auch nicht, was es verspricht auch wenn die alte im
Kolonialstil des britischen Empire gehaltene Bauweise eigentlich ganz schön ist. Was saür aufstösst ist vielmehr die penetrante
Art des Personals, die einerseits falsche Informationen über Preise ausgiebt und einem während 24 Std. das Gefühl gibt, gefälligst
froh zu sein, überhaupt ein Zimmer zu bekommen. Echt nervend. Dafür gibts an dieser Stelle einen Tip, den Ihr garantiert
(noch) nicht in einem Reiseführer findet: Gehen Sie vom Bahnhof kommend links am Dodoma-Hotel die Strasse rauf und biegen Sie die zweite rechts
in die Biringi Avenü ab. Nach ca. 300 Meter gelangen Sie zur Kilimanjaro Villa - ein wunderhübsches Guesthouse mit Garten, dass von Mrs. Vinnie
Shayo gefürt wird. Das ganze ist einfach gehalten, aber für tanzanianische Verhältnisse aussserordentlich gepflegt und hat eine sehr
persönliche Atmosphäre. Vinnie war selbst eine Zeitlang in Europa und hat dieses Güsthouse vor ein paar Jahren erstellt.
Es wird zur Zeit um einige Räumlichkeiten erweitert. Und ausserdem: Vinnie kocht absolut phantastisch - persönliche Wünsche sind natürlich anbringbar...
Kigoma ist Afrika pur. Die Stadt am Tanganika-See ist ein phantastisches Eintauchen in eine Welt fernab des Touristenstroms.
Dennoch gibt es ein paar nette Güsthouses und Hotels (Strasse Richtung Ujiji, das selbst einen Besuch wert ist!), teilweise direkt am Ufer (Inns of Africa). Vor allem beitet der See aber
Erholungsmöglichkeiten zuhauf - sei es an seinen Ufern oder in den Nationalparks Gombe Stream und Mahale Mountains, die bekannt sind
wegen den Schimpansenkolonien. Der See selber eignet sich hervorragend zum baden und tauchen. Bilharziose-Erreger tauchen nur an
flachen, nicht fliessenden und dichtbewachsenen Uferstellen vereinzelt auf. Die Einheimischen werden Ihnen hier detaillierte Auskunft
geben können. Krokodile existieren nur an der Mündung des Malagarasi-Flusses. Ebenfalls spannend ist ein Ausflug
(oder für die Weiterreise nach Mpulungu in Sambia) mit einem der beiden Schiffen MV Mwongozo oder MV Liemba.
Die Weiterreise von Arusha (dem Startplatz der meisten Safaris) nach Musoma oder Mwanza am Lake Victoria
lässt sich mit einer Serengetidurchqürung koppeln und spart eine Menge Zeit. Mit den öffentlichen Vekehrsmitteln sind Sie gezwungen,
den Umweg über Moshi - Morogoro - Dodoma - Tabora zu nehmen - die vermeintliche Abkürzung von Arusha via Kondoa nach Dodoma ist
nicht existent - die Strasse ist in einem derart desolaten Zustand, dass weder eine Busverbindung besteht, noch sich ein
Taxifahrer finden lässt, diese Tour auf sich nehmen wird. Falls Sie doch eine Verbindung finden sollten, seien Sie sich bewusst,
dass Sie wegen des Zustandes der Strasse beinahe gleich lange benötigen, wie über den langen Weg via Morogoro.
Die einzige vernünftige Alternative Arusha - Lake Victoria scheint mir ein Inlandflug zu sein (Moshi oder Arusha nach Mwanza)
Nachtrag August 2001: Von einem unserer Leser haben wir den Hinweis erhalten, dass die Strecke zumindest wieder befahren wird. Vielleicht können uns andere Leser dies bestätigen. In diesem Falle bitte ein Mail an tanzania@outdoor.ch
"Wir sind gerade in Tansania gewesen. Die Busverbindung zwischen Dodoma und Arusha gibt es (wieder??). Wir sind
von Dar es Salaam aus mit dem Bus nach Kondoa gefahren. Von dort aus fährt jeden morgen um 6 Uhr mindestens 1 Bus nach Arusha, die Strasse ist nicht
so schlecht. Man braucht von Kondoa nach Arusha etwa 8 Std.
Der Busunternehmer heisst Mtei. Wenn man in Kondoa übernachten muss, gibt
es neben vielen guesthouses auch ein neues gutes Hotel The New Planet Hotel, ein Doppelzimmer kostet 4.000 Tsh, Dusche auf dem Gang. Es fahren auch
später am Tage Minibusse nach Arusha, aber in den grossen Bussen sitzt man im Allgemeinen besser. Ob es auch eine durchgehende Busverbindung von Dodoma nach Arusha gibt, weiss ich nicht."
M.v.A aus den Niederlanden
Busreisen in Tanzania sind ein aussergewöhnliches Erlebnis und bieten zudem eine hervorragende Möglichkeit,
einiges über die Kultur und Lebensgewohnheiten in Erfahrung zu bringen. Nirgendwo sonst (ausser vielleicht im Zug) ist man auf so
engem Raum in Kontakt miteinander. Apropos Inlandflüge: Es besteht manchmal die Möglichkeit, bei
Flügen von Hilfswerken und/oder Hilfsorganisationen als Passagier zuzusteigen. Dies betreffen vor allem die Linien Moshi/Arusha nach
Kigoma am Lake Tanganika.