|
|
Tags darauf erreichte ich Harare, das mich aber
so abschreckte, dass ich ohne einen Halt einzulegen, durchfuhr.
Die Eintönigkeit der Strasse nach Rusape wurde lediglich durch
die Vielzahl von Strassenkontrollen unterbrochen. Militär und
Polizei lösten sich mit kontrollieren ab und mein Gefühl
blieb.
|
|
Mutirkwi River
|
Da Mugabe alle ausländischen Journalisten
ausgewiesen hatte und sich das Gerücht hielt, dass sich noch
welche mit Touristenvisa im Land aufhalten würden, versuchte
man diese mittels Kontrollen ausfindig zu machen.
Ich jedenfalls versteckte meine Kamera und das Tagebuch zuunterst
in meiner Alubox. Ich konnte mir interessanteres vorstellen als
ein Gefängnis in Zimbabwe von innen zu besichtigen.
|
| |
|
Auf der Strecke zwischen Rusape und Nyanga Nationalpark
änderte sich die Szene schlagartig; auf einmal waren da anstelle
von Strassensperren Berge aufgereiht wie Perlen an einer
Kette, einer schöner als der andere. Mein Unbehagen von vorhin
war sofort vergessen.
Ich erkundete einen Tag zu Fuss den Nationalpark.
Troutbeck war am nächsten Tag mein Ziel; von dort aus wollte
ich der Grenze von Mozambique entlang, ins Honde Valley fahren.
|
Schuhmacher in Maswingo
|
|
|
Eine Strasse war zwar nirgendwo auf meinen Karten
zu finden, Einheimische versicherten mir aber, das dies möglich
sei. So musste ich dauernd anhalten um nachzufragen, ob ich noch
richtig sei. Es kam fast jedes Mal zu einem Massenauflauf, da viele
der Bewohner noch nie in ihrem Leben ein Motorrad gesehen hatten.
Auf einer der zahlreichen Passhöhen wurde ich vom Dorfältesten
auf ein Bier eingeladen. Anschliessend konnte ich das Dorfleben
inklusive der Verteilung der Lebensmittelrationen mitverfolgen.
|
|
In den Highlands
|
Es zog mich dann weiter über endlose, geschotterte
Pässe, welche mich total in ihren Bann zogen. Irgendwann kam
ich im Honde Valley an und wähnte mich in einer anderen Welt.
Überall waren Kaffee, Tee, Ananas und Bananenplantagen,
umgeben von einer Hektik, wie ich sie bis anhin in Zimbabwe noch
nicht erlebt hatte. Ich traf wieder auf eine auf meiner Karte eingezeichnete
Strasse, die mich nach Mutare; einer Grenzstadt zu Mozambique, führte.
|
|
|
Da ich wieder einmal alle meine Nahrungsmittel
verteilt hatte und die Läden bereits geschlossen hatte, musste
ich mich erneut an einem Take-Away verpflegen. Da mir dieser Tagestrip
so gut gefallen hatte, beschloss ich, etwas ähnliches zu machen
und machte mich auf den Weg zum Chimanimani Nationalpark. Weder
die Strecke noch die Landschaft waren so spektakulär wie gestern;
wahrscheinlich war ich vom letzten Tag her noch etwas verwöhnt.
Die letzten 30 km begann es zu allem Übel auch noch an zu Regnen
und die Piste wurde zunehmend schmierig und dementsprechend rutschig.
|
Chinhoyi Caves
|
| |
|
|
|
Fussnoten:
Der künstliche aber fischreiche Kariba
Lake ist nicht nur wichtig für die Versorgung der Bevölkerung
mit Nahrungsmitteln in der Region, er beliefert auch eine Fläcjhe
von 6000 qkm mit Elektrizität. Der See ist 290km lang, max.
32 km breit und verbindet die beiden Staaten Zimbabwe und Sambia.
|