Kapiti Island - Vogelparadies vor den Toren Wellingtons


Kapiti Island
Vogel- und Naturparadies vor den Toren Wellingtons



Der Weka - Ein Laufvogel

Frisch vom Tongariro zurück beschloss ich das gute Wetter auszunützen und Richtung Wellington zu fahren. Allerdings machte mir die Müdigkeit einen Strich durch die Rechnung, der sich jedoch als Glücksfall erweisen sollte.

Nordwestlich von Wellington zieht sich ein ca. 50 km langer Küstenstreifen mit weiten Sandstränden als Grenzinie zum Tauranga Range.

Der Küste den Namen gab die dem Festland vorgelagerte Insel Kapiti. Das ca. 9km lange, sehr schmale aber über 500 m hohe Eiland wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts zum Naturschutzgebiet erklärt. Hierbei wurden die im Land zur Plage werdenden Opossums ausgerottet, da sie eine Gefährdung der Vogelbestände auf der Insel darstellen.

Lediglich 50 Personen pro Tag ist es grundsätzlich erlaubt, die Insel zu betreten, Taucher und Seekajaker können sich jedoch um die Insel herum aufhalten.


Anlegestelle auf Kapiti

Die Insel ist ein Paradies für Ornithologen, zahlreiche Vogelarten, die auf den Hauptinseln vom Aussterben bedroht sind, gedeihen hier ausgezeichnet. Kea's sind mitunter schon mal handzahm, wenn etwas Fressbares rausspringt. Allfälligen Lesern, die mich darauf hinweisen wollen, dass man die Viecher nicht füttern sollte sind gebeten, dieses dem hauptsächlich aus Schülern bestehenden Publikum zu erklären und nicht mir.


Robin

Ein Tipp zum Thema Schulklassen: Wenn Du den Aussichtspunkt über Kapiti auf das umliegende Festland wirklich geniessen willst: Sei schneller im Bewältigen der ca. 550 Höhenmeter als die Kids.

Wer oben ist, wird mit einem herrlichen Rundumblick, bei der sich am Horizont bei guten Witterungsverhältnissen auch mal die Südinsel erblicken lässt, belohnt.

Links: Nicht gerade menschenscheu gebärdet sich dieser Kea und avancierte so zum Publikumsliebling:

Rechts: Der Kereru ist ein verwandter unserer Tauben und kommt nur noch auf Kapiti vor.


Der Kereru


Fussnoten:

Der Tauranga Range umschliesst den Süden der Nordinsel mit der Haupstadt Wellington an Ihrer Südspitze. Schöne Forest Parks und Wandermöglichkeiten vorhanden.

Kapiti -(coast, -island). Der eigentliche Hauptort der Küste ist Paraparaumu, indes auch Ausgangspunkt für Trips auf Kapiti Island. Da auf der Insel lediglich 50 Personen pro Tag Zutritt haben, empfielt sich die Vorreservation entweder beim DOC in Wellington (Tel. 472 73 56), oder bei Kapiti Tours in Paraparaumu-Beach (Tel. 364 50 42). Mit etwas Glück lässt sich ausserhalb der Haupreisezeit aber auch direkt am Ablegeort in Paraparaumu Beach ein Platz ergattern.

Oppossums (einh. Possum) sind die ultimative Landplage auf vier Beinen für jeden Neuseeländer. Die an sich ganz putzigen Tiere wurden via Australien eingeschleppt und sind drauf und dran, Neuseelands Flora und Fauna umzukrempeln. Insbesondere stellen sie eine Bedrohung für die zahlreichen auf Neuseeland unikaten flügellosen Vögel dar (Weka, Kiwi). Da sie hier im Gegensatz zu Australien keine natürlichen Feinde haben, vermehren sich die Oppossums mit rasanter Geschwindigkeit, zumal sie extrem anpassungsfähig und durchaus intelligent sind.

Kapiti Island wurde in den 50-ern vollständig von Oppossums "gesäubert". Fotografien auf Kapiti Island dokumentieren die Jagd nach Oppossums, wobei die Fotodokumente einen Touch Wildwest vermitteln: Eine blonde Revolverlady umringt von Schwerbewaffneten, die unerbittlich Jagd auf Kleinvieh machen - reichlich grotesk. Was der eine Typ mit der Kettensäge am Bildrand mit den Opposums vorhatte, getrauen wir uns schon beinahe nicht mehr auszumalen :-;





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