Westlands - Rauhe Küstenlandschaft mit gewaltigen Bergen


Die Westcoast
Rauhe und wilde Küstenlandschaft mit gewaltigen Bergen.


 

Der Bulleriver

 Die Westlands - von den einheimischen oft wegen den vielfach wochenlang anhaltenden Regenfällen "Wetland" genannt sind eine der rauhesten, aber auch eindrücklichsten Regionen Neu Seelands.

Der Kontrast zwischen dschungelgrün, dem Blau des Meeres und - im südlichen Teil der Westlands - dem weiss der Gletscher kommt allerdings eben nur bei Schönwetter zum Tragen und die wetterlage ist ein zentrales Thema der Bewohner in den lokalen Pub's.

Die Uhren gehen noch langsamer als in Rest- Neuseeland und manch ein Besucher wähnt sich schnell mal in dem Glauben, dass hier die Zeit definitiv stillsteht.

 

 

Vom belebten Nelson herkommend führt eine schöne Strasse mitten durch immergrüne Wälder am mächtigen Buller River entlang. Die erste grössere Ortschaft ist Westport, ein kleines und agonisches Stätchen.

Unweit davon befindet sich das Cape Foulwind, das seinem Namen alle Ehre macht und dafür mit einer Robbenkollonie aufwartet.


Cape Foulwind
 

Eine der Seals am Cape Foulwind

Die Robben sind sich den Anblick von Menschen gewohnt und nicht eben das, was man unter "scheue Tiere der Heimat" versteht.

Dies macht die Tiere allerdings nicht zutraulicher sondern eher mutiger und angriffslustiger und ist mitunter der Grund, warum das DOC die bevorzugten Plätze der putzigen Tiere absperren liess.

 

Auf der Strasse von Westport nach Greymouth, dem grössten Ort der Westcoast, befinden sich die nicht zu verfehlenden, weil grosspurig angekündigten Pancake-Rocks, einer vom Meer umtosende, bizarren Felsformation, für die sich ein kurzer Zwischenstopp lohnt. Diese Strasse war mitunter der Grund, warum unsere Reise hier ein einigermassen abruptes Ende fand. Etwa zehn Kilometer vor den Pancakes nach der Ortschaft Charleston (von Westport her kommend) befindet sich eine Brücke, die insbesondere für Zweiradfahrer äusserst gefährlich ist und regelmässig Unfälle provoziert. Auch ich konnte im strömenden Regen die ins schlingern geratene Maschine lediglich noch aus der unmittelbaren Gefahrenzone bringen, bevor es mich hinschmiss und mich am linken Bein verletzte; es war der erste Sturz in meiner Motorradkarriere und ich war gerade mal mit 50 km/h unterwegs:-(

 

Nach vier Tagen Zwangspause in Greymouth stellte sich die Frage, ob die Weiterreise mit dem verletzten Bein überhaupt Sinn macht und wenn ja, wohin. Weiter Richtung Süden zu den gewaltigen Fox und Franz-Josef Gletschern oder via Arthur's Pass nach Christchurch.

Die beiden nur einige Kilometer voneinander liegenden Gletscher befinden sich erstaunlicherweise Gegenwärtig auf dem Vormarsch und dehnen sich weiter aus. Das faszinierenste ist allerdings der Kontrast zwischen den sich unaufhörlich vorwärts dringenden Eismassen und dem subtropischen Regenwald und dem Meer im Hintergrund.

 


Der Fox Glacier
 

Sowohl Fox als auch Franz-Josef verfügen als reine, künstliche Touristendörfer über die entsprechende Infrastruktur für Besucher. Die Gletscher lassen sich zu Fuss oder per Helikopter erkundigen, wobei lezteres nicht gerade billig ist und andererseits den Fussgängern gegenüber vom Lärmpegel her nicht sehr respektvoll scheint.

 


Fussnoten:

Etwa zehn Kilometer vor den Pancakes nach der Ortschaft Charleston (von Westport her kommend) befindet sich eine Brücke, die insbesondere für Zweiradfahrer äusserst gefährlich ist: Die Brücke ist lediglich teilweise asphaltiert und unbeschildert. Dazwischen befinden sich Holzplatten, die ducrh die Witterung dasselbe grau einegommen haben, wie der Asphalt. Da man sich, da aus einer Kurve herkommend mit einem Motorrad noch in Schräglage befindet, stellt die Befahrung ein grosses Risiko dar. Der Unterboden gleicht einem S?tück Seife und es schmeisst jedes Jahr einige Motorradfahrer hin - unter anderem ist dies auch mir passiert. Bei zu grosser Geschwindigkeit kann Euch dasselbe passieren, wie einem australischen Motorradfahrer im Jahre 99: Er fiel über das Brückengeländer 20m in den tosenden Wildbach und starb.

Gemacht wird indes nichts dagegen. Die Brücke ist selbst den Bewohnern in Greymouth (50 km entfernt) ein Begriff - gegen die baufällige Brücke indes wird (vorerst) nichts unternommen. Wahrscheinlich ist es die einzige Attraktion, die in den umliegenden Käffern jeweils für Gesprächsstoff in den lokalen Pub's sorgt.





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