Der Süden: Städte - Ho Chi Minh City (Saigon und Cholon)
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Ho Chi Minh City
Die Megastadt als Ticket zur besseren Zukunft
Die 8 Millionen Metropole, die aus den zwei Stadtteilen Cholon
(Chineseviertel) und Saigon besteht, ist eine Stadt der Superlative:
24 Stunden Lärm, 24 Stunden Hektik, überdimensionierte
Leuchtreklamen wie man sie sonst bestenfalls in Singapur, Hong Kong
oder den japanischen Grossstädten sieht - nirgendwo sonst in
Vietnam wird einem (-vor allem von Norden herkommenden) Touristen
so stark verdeutlicht, wie das Land langsam zu einem Tigerstaat
mutiert.
Wo gestern noch Slums standen wird gerodet - das Stadtbild Ho Chi
Minh City's verändert sich permanent. Trotz der Hektik hat
die Riesenstadt etwas besonderes und unverhofft tauchen die schönsten
Bauwerke, datierend aus der französischen Kolonialzeit auf.
So könnte die Oper am Le Loi wohl ebensogut in Italien stehen
- bloss die unzähligen Motorfahräder und die (leckeren)
Garküchen hinter der Oper wollen nicht so recht ins Bild passen.
Hotels: Natürlich unzählige, die meisten Billighotels
finden sich am Pham Ngu Lao, zu Fuss ca. 10 Minuten vom eigentlichen
Zentrum Saigons entfernt. Die De Tham-Strasse, an der die meisten
Hotels liegen ist laut, die kleine und verkehrsfreie paralell verlaufende
Gasse davor empfielt sich. Es hat ein paar nette Guesthouses und
Minihotels, sowie einige ganz passable Restaurants. Und meistens
findet sich dort fast immer ein Zimmer, da die kleine Gasse oftmals
von den Touristen übersehen wird. Falls Ihr doch in der De
Tham Strasse nach einer Unterkunft sucht: Die Zimmer sind oftmals
fensterlos und stickig. Akzeptabel, aber auch ein klein wenig teurer
ist das Hotel 265. (12 US$ mit Klima, 10 US$ mit Ventilator)
Restaurants: Ebenfalls wie Sand am Meer, von indisch über
chinesisch zu italienisch kriegt man in Saigon alles, was man sonst
in Vietnam fast nicht bekommt. Die guten Garküchen hinter der
Oper haben wir schon erwähnt, wenn Ihr etwas weg vom Touristen - Trampel - Einheitsküchegebräu
wollt, können wir Euch die Ly Tu Trong-Strasse empfehlen,
wo es ein paar wirklich nette Restaurants hat, die normalerweise
nur von Einheimischen frequentiert werden. Wegbeschreibung: Zur
Oper und links am Continental-Hotel vorbei. Geradeaus weiter und
die erste Strasse (Le Tranh Ton) überqueren. Weiter geradeaus
bis zur nächsten Kreuzung - dies ist bereits die Ly Tu Trong.
Hier rechts weg und der Strasse entlang. Direkt vor der auftauchenden
Ampel findet Ihr das Huong Xia; reinsitzen, reinhauen. Besonders
empfehlenswert ist der Seafood-Lau (Feuertopf).
Pagoden und Tempelanlagen: Die schönsten finden sich
im chinesischen Viertel. (Cholon)
Kriegsmuseum: Ein absolutes "must" für interessierte
der jüngeren vietnamesischen Geschichte. Das Museum am 28
Vo Van Tan ist allerdings nichts für schwache Nerven. Es
verdeutlicht schonungslos, welche Greueltaten das Land und seine Bevölkerung
hinnehmen musste. Wir raten jedem, das Museum zu besuchen, auch
wenn Ihr es wahrscheinlich genauso still und beklemmend wieder verlassen
werdet wie wir. Und vielleicht stellt Ihr Euch auch anschliessend
die selbe Frage wie wir: Wie können Leute, die so etwas erlebt
haben trotzdem frei von Rachegelüsten
so friedfertig sein?
Mekong-Delta: Trips (ein oder mehrtägige) lassen sich
fasst überall organisieren. Die Sinh-Cafe's (siehe Hue,
Fussnoten) sind der wohl populärste Anbieter von Mekong-Short
Trips und auch nicht die schlechtesten. Das Mekong-Delta
lässt sich aber ebensogut individuell bereisen (Busse nach
Can Tho, Vinh Long) verkehren täglich mehrmals. Eine ebenfalls
hübsche Alternative ist die Fahrt per Schiff direkt von Ho
Chi Minh City aus.
Fussnoten:
Die Verhaltensweise der vietnamesischen
Bevölkerung insbesondere gegenüber U.S.-Bürgern
ist in der Tat beeindruckend. Nie haben wir eine prinzipielle Ablehnung
der Vietnamesen gegenüber U.S. Bürgern erfahren. Der Zorn
der Vietnamesen richtet sich auch vielmehr gegen das damalige U.S.
Regime, zudem ist vielen Vietnamesen bewusst, dass grosse Teile
der amerikanischen Bevölkerung von Anfang an gegen den Krieg
war.
Ein Lau ist ein Feuertopf, der mit den unterschiedlichsten
Zutaten bestückt werden kann. So gibt es neben dem oben erwähnten
Seafood-Lau auch Variationen mit Fisch, Ente, Schildkröte,
Schlangen (wer's mag). Die Zutaten sind immer sehr frisch, meisst
mit etwas Zitronengras als Geschmacksverstärker angereichert.
Unbedingt empfehlenswert! (Muss ja nicht grad die Variation mit
Schlangen sein...)
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