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Der Süden: Städte - Ho Chi Minh City (Saigon und Cholon)

(1699 Wörter in diesem Text)
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Ho Chi Minh City
Die Megastadt als Ticket zur besseren Zukunft

Die 8 Millionen Metropole, die aus den zwei Stadtteilen Cholon (Chineseviertel) und Saigon besteht, ist eine Stadt der Superlative: 24 Stunden Lärm, 24 Stunden Hektik, überdimensionierte Leuchtreklamen wie man sie sonst bestenfalls in Singapur, Hong Kong oder den japanischen Grossstädten sieht - nirgendwo sonst in Vietnam wird einem (-vor allem von Norden herkommenden) Touristen so stark verdeutlicht, wie das Land langsam zu einem Tigerstaat mutiert.

Wo gestern noch Slums standen wird gerodet - das Stadtbild Ho Chi Minh City's verändert sich permanent. Trotz der Hektik hat die Riesenstadt etwas besonderes und unverhofft tauchen die schönsten Bauwerke, datierend aus der französischen Kolonialzeit auf. So könnte die Oper am Le Loi wohl ebensogut in Italien stehen - bloss die unzähligen Motorfahräder und die (leckeren) Garküchen hinter der Oper wollen nicht so recht ins Bild passen.

Hotels: Natürlich unzählige, die meisten Billighotels finden sich am Pham Ngu Lao, zu Fuss ca. 10 Minuten vom eigentlichen Zentrum Saigons entfernt. Die De Tham-Strasse, an der die meisten Hotels liegen ist laut, die kleine und verkehrsfreie paralell verlaufende Gasse davor empfielt sich. Es hat ein paar nette Guesthouses und Minihotels, sowie einige ganz passable Restaurants. Und meistens findet sich dort fast immer ein Zimmer, da die kleine Gasse oftmals von den Touristen übersehen wird. Falls Ihr doch in der De Tham Strasse nach einer Unterkunft sucht: Die Zimmer sind oftmals fensterlos und stickig. Akzeptabel, aber auch ein klein wenig teurer ist das Hotel 265. (12 US$ mit Klima, 10 US$ mit Ventilator)

Restaurants: Ebenfalls wie Sand am Meer, von indisch über chinesisch zu italienisch kriegt man in Saigon alles, was man sonst in Vietnam fast nicht bekommt. Die guten Garküchen hinter der Oper haben wir schon erwähnt, wenn Ihr etwas weg vom Touristen - Trampel - Einheitsküchegebräu wollt, können wir Euch die Ly Tu Trong-Strasse empfehlen, wo es ein paar wirklich nette Restaurants hat, die normalerweise nur von Einheimischen frequentiert werden. Wegbeschreibung: Zur Oper und links am Continental-Hotel vorbei. Geradeaus weiter und die erste Strasse (Le Tranh Ton) überqueren. Weiter geradeaus bis zur nächsten Kreuzung - dies ist bereits die Ly Tu Trong. Hier rechts weg und der Strasse entlang. Direkt vor der auftauchenden Ampel findet Ihr das Huong Xia; reinsitzen, reinhauen. Besonders empfehlenswert ist der Seafood-Lau (Feuertopf).

Pagoden und Tempelanlagen: Die schönsten finden sich im chinesischen Viertel. (Cholon)

Kriegsmuseum: Ein absolutes "must" für interessierte der jüngeren vietnamesischen Geschichte. Das Museum am 28 Vo Van Tan ist allerdings nichts für schwache Nerven. Es verdeutlicht schonungslos, welche Greueltaten das Land und seine Bevölkerung hinnehmen musste. Wir raten jedem, das Museum zu besuchen, auch wenn Ihr es wahrscheinlich genauso still und beklemmend wieder verlassen werdet wie wir. Und vielleicht stellt Ihr Euch auch anschliessend die selbe Frage wie wir: Wie können Leute, die so etwas erlebt haben trotzdem frei von Rachegelüsten so friedfertig sein?

Mekong-Delta: Trips (ein oder mehrtägige) lassen sich fasst überall organisieren. Die Sinh-Cafe's (siehe Hue, Fussnoten) sind der wohl populärste Anbieter von Mekong-Short Trips und auch nicht die schlechtesten. Das Mekong-Delta lässt sich aber ebensogut individuell bereisen (Busse nach Can Tho, Vinh Long) verkehren täglich mehrmals. Eine ebenfalls hübsche Alternative ist die Fahrt per Schiff direkt von Ho Chi Minh City aus.


Fussnoten:

Die Verhaltensweise der vietnamesischen Bevölkerung insbesondere gegenüber U.S.-Bürgern ist in der Tat beeindruckend. Nie haben wir eine prinzipielle Ablehnung der Vietnamesen gegenüber U.S. Bürgern erfahren. Der Zorn der Vietnamesen richtet sich auch vielmehr gegen das damalige U.S. Regime, zudem ist vielen Vietnamesen bewusst, dass grosse Teile der amerikanischen Bevölkerung von Anfang an gegen den Krieg war.

Ein Lau ist ein Feuertopf, der mit den unterschiedlichsten Zutaten bestückt werden kann. So gibt es neben dem oben erwähnten Seafood-Lau auch Variationen mit Fisch, Ente, Schildkröte, Schlangen (wer's mag). Die Zutaten sind immer sehr frisch, meisst mit etwas Zitronengras als Geschmacksverstärker angereichert. Unbedingt empfehlenswert! (Muss ja nicht grad die Variation mit Schlangen sein...)


  


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