| |
Das "Barn's" in Picton
|
Schon die Überfahrt mit der Fähre
von Wellington nach Picton auf der Südinsel hat es in
sich: Im gemächlichen Tempo durch die zauberhafte und verworrene
Landschaft der Marlborough Sounds mit ihren unzähligen Fjorden
und Inseln.
Das hübsche Picton lebt fast ausschliesslich
vom Fährbetrieb und verfügt dadurch über eine ganz
flotte Anzahl Bars und Restaurants. Gefallen hat uns das Barn's
- eine Art zum Restaurant des Labels "viel und währschaft"
(auch vegetarisch!) umfunktionierter Antiquitätenladen.
|
| |
|
Das Backpackers vor Ort ist oftmals überlaufen,
durch die ankommenden Fähren oftmals innert kürze ausgebucht.
Auf dem örtlichen Campingplatz lassen sich aber zum Glück
einige abgestellte Caravans mieten. Gut geeignet für Leute
mit Abneigung für Zelte.
Der Sprung auf die Südinsel macht sich schnell
bemerkbar: Vom kulturellen und sich kosmopolitisch gebenden Wellington
herkommend ist die urchige aber unkomplizierte Lebensart der Südinsulaner
unmittelbar spürbar.
|
Das Village Portage in den Marborough's
|
| |
|
Einer der Hauptattraktionen der Marborough Sounds
ist der Queen Charlotte Track, einer der einfacheren und
somit tendenziell eher überlaufenen der insgesamt zehn Great
Walks in Neuseeland. Da ich vom Stadtleben in Wellington noch
genug hatte, zog ich es vor, die Marlborough's auf einer anderen
Route im Alleingang zu erkundigen.
|
| |
Unterwegs zur Pohuenui Sheep Farm
|
Erklärtes Ziel war die Pohuenui-Sheepstation
mitten in den Marlborouh-Sounds per Motorrad erreichen. Leider konnte
mir schon im Vorfeld niemand Auskunft darüber geben, ob wirklich
eine Strasse (Die Karte zeigte einen durchgehenden Saumpfad)
dorthin existiert.
Die ersten 30 km waren komfortabel asphaltiert,
die naechsten 20 km komfortabel unasphaltiert. Danach wurde es schwerfälliger:
Der Weg wurde schmal und schmaler - die Fahrt musste jeweils unterbrochen
werden, um unverhofft auftauchende Gatter zu öffnen und wieder
zu schliessen.
|
| |
|
Dannach gings bergauf (keine Gatter mehr, da zu
steil für Schafe), die Weg glich mehr einem Wanderweg und so
kam ich ca. bis 6 km mehrheitlich stehend denn sitzend auf meinem
Bike an die Farm heran.
Der Weg verlief noch etwas durch eine Wiese und
verlor sich dann endgueltig - Endstation. Es blieb mir nichts anderes
übrig, als den Rückweg anzutreten.
|
| |
|
Fazit: Die Schaffarm, die einige Zimmer
anbietet und Camping erlaubt ist nur via Postschiff ab Picton oder
zu Fuss ab der Crail Bay erreichbar.
Da ich vom herumcrossen einigermasen schweissgebadet
war, machte ich an einem Ufer der Clova Bay Pause und unterhielt
mich mit einem alten Muschelzüchter, der sichtlich erfreut
war, wieder mal ein neues Gesicht zu sehen.
|
Muschelzucht an der Clova Bay
|
|
Trotzdem: Der Ausflug hat sich gelohnt - das Wetter
war wunderschön, das Panorama geradezu phantastisch und dem
Touristenstrom bin ich wohl mit ziemlich beharrlicher Konsequenz
aus dem Weg gegangen. Zudem soll an der Clova Bay ein kleiner
Camingplatz entstehen.
|
|
|
|
Fussnoten:
Insgesamt existieren in Neuseeland
zehn sogenannte Great Walks - ausgesuchte Wanderungen unterschiedlichen
Schwierigkeitsgrades die an den imposantesten Naturschönheiten
des Landes vorbeiführen. Davon befinden sich zwei auf der Nordinsel,
sieben auf der Südinsel und einer auf der Insel Steward. Sie
heissen wie folgt:
- Abel Tasman Coastal Track
- Heaphy Track
- Kepler Track
- Queen Charlotte Track
- Lake Waikaremoana Track
- Milford Track
- Raikiura Track
- Routeburn Track
- Tongariro Northern Circuit
- Whanganui Journey
Auf den Websites des New Zealand Dep. of Conservation befindet
sich eine übersichtliche
Beschreibung der einzelnen Tracks, inklusive Informationen zu
den jeweiligen Gebühren für die Übernachtung in den einzelnen Hütten.
Die Wege sind auch für verwöhnte Alpenwanderer ausgezeichnet
beschildert. In der Hauptsaison kann es in den Hütten zu Kapazitätsengpässen
kommen, Reservation wird empfohlen, Dies gilt insbesdondere für
den Milford, den Queen Charlotte und den Abel Tasman Coastal Track.
|