Sunset-Schlitteln mit Fondue: Erst der Berg, dann der Käse
Um halb vier stehst du an der Base in Wilderswil und die Sonne hängt schon tief über den Gipfeln. Die meisten machen jetzt Feierabend vom Winter: raus aus den Skischuhen, rein in die Bar. Du machst das Gegenteil. Du steigst in den Bus und fährst Richtung Berg.
In dreieinhalb Stunden sitzt du vor einem Käsefondue und hast dir jeden Bissen verdient. Dazwischen liegt eine Schlittelabfahrt, die im goldenen Abendlicht beginnt und mit Stirnlampe endet. Das ist die Reihenfolge, um die es hier geht: erst die kalten Wangen, dann der warme Käse. Andersherum funktioniert es nicht halb so gut.
Après-Ski kann jeder
Es ist nichts falsch an einer Bar am Pistenrand. Aber sie sieht überall gleich aus, ob in Grindelwald oder in Sölden. Was nicht überall gleich aussieht: die letzte Stunde Tageslicht in den Alpen, wenn die Bahnen schliessen und die Hänge leer werden.
Genau in diese Stunde fällt diese Tour. Während unten die Musik lauter wird, sitzt du oben auf einem Schlitten und schaust zu, wie die Berge von Gold über Orange zu Rosa wechseln. Es ist still. Der Tal-Lärm bleibt im Tal. Du hörst den Schnee unter den Kufen und sonst wenig.
Das ist der Punkt an diesem Angebot: Es nimmt die zwei besten Dinge eines Schweizer Winterabends, das letzte Licht und ein richtiges Fondue, und baut einen Abend daraus. Kein Programm, das du selbst organisieren musst. Bus, Gondel, Guide, Ausrüstung und Essen sind dabei.
Sunset-Schlitteln mit Fondue
So läuft der Abend ab
Treffpunkt ist um 15:30 an der OUTDOOR Base in Wilderswil, zehn Minuten früher da sein reicht. Beim Check-in lernst du deinen Guide kennen und bekommst, was du brauchst: Schlitten, Stirnlampe, auf Wunsch Wanderschuhe. Gesprochen wird Deutsch und Englisch.
Dann bringt dich der Bus in rund 30 Minuten zur Talstation der Bergbahn. Wo genau gestartet wird, hängt von den Schneeverhältnissen ab. Das klingt nach einem Vorbehalt, ist aber eine Stärke: Gefahren wird dort, wo der Schnee gerade am besten ist. Oben hat es Schnee, unten wartet das Fondue, der Rest ist Detail.
Die Gondel braucht etwa zehn Minuten. Du siehst das Tal kleiner werden und die Gipfel im Abendlicht aufleuchten. Oben gibt es ein kurzes Briefing: wie du steuerst, wie du bremst, wann die Stirnlampe an muss. Schlittelerfahrung brauchst du keine, das Steuern läuft über Füsse und Gewicht und ist nach ein paar Kurven drin.
Dann die Abfahrt, rund eine Stunde. Die ersten 20 Minuten hast du das beste Licht des Tages. Danach wird es schnell dunkel, die Stirnlampe geht an und du fährst weiter durch den verschneiten Wald. Die Strecke ist nicht beleuchtet, und genau das macht den zweiten Teil aus. Der Guide bleibt bei der Gruppe und gibt Tempo und Sicherheit vor, dein eigenes Tempo bestimmst du selbst.
Am Ende der Strecke wartet der Bus und bringt euch zurück nach Interlaken. Eine halbe Stunde, genug Zeit, um aufzutauen und Hunger zu bekommen. Dann steht das Fondue auf dem Tisch: Käse, Brot, ein Glas Wein, alkoholfrei geht auch. Eine Stunde lang sitzt ihr im Warmen, draussen ist längst Nacht. Wer danach noch Energie hat, hängt eine Bar dran. Die läuft ja nicht weg.
Eine Stunde Schlitteln, eine Stunde Fondue. Das ist eine faire Bilanz.
Sichere dir deinen Abend: Sunset-Schlitteln mit Fondue ab CHF 135
Zwei Abfahrten in einer
Das Detail, das die meisten unterschätzt haben, wenn sie unten ankommen: Du machst auf dieser Tour eigentlich zwei verschiedene Abfahrten.
Die erste ist die im Licht. Goldene Hänge, lange Schatten, die Gipfel färben sich. Das ist die Abfahrt für die Fotos, und der Start um 15:30 ist genau darauf gelegt. Wer im Winter schon einmal versucht hat, die goldene Stunde zu erwischen, weiss, wie kurz das Fenster ist. Hier sitzt du mittendrin auf einem Schlitten.
Die zweite Abfahrt beginnt, wenn das Licht weg ist. Der Kegel deiner Stirnlampe, ein paar Meter Schnee, der Wald. Deine Augen stellen sich schneller um, als du denkst, und weil du weniger siehst, spürst du mehr: die Strecke unter den Kufen, die Kurven, die Kälte im Gesicht. Es ist derselbe Hang wie zehn Minuten vorher und fühlt sich trotzdem an wie ein anderer Berg.
Wer nur die dunkle Variante will, findet sie beim Nachtschlitteln: gleiche Region, späterer Start, ohne Fondue. Aber der Übergang von Hell zu Dunkel, den gibt es nur hier. Après-Ski kann jeder. Schlitteln im Sonnenuntergang nicht.
Was inklusive ist und was du mitbringst
Im Preis inbegriffen:
- Geführte Schlitteltour mit erfahrenem Guide
- Schlitten und Stirnlampe
- Wanderschuhe
- Käsefondue mit Brot*
- Ein Glas Wein, alkoholfreie Alternative auf Wunsch
*Ein wichtiger Hinweis zum Essen: Das Fondue ist ein klassisches Käsefondue und enthält Laktose. Eine laktosefreie Alternative können wir nicht anbieten. Wenn du Laktose nicht verträgst, ist das Nachtschlitteln ohne Essen die bessere Wahl, dort suchst du dir dein Abendessen im Anschluss selbst aus.
Nicht inbegriffen sind zusätzliche Getränke beim Fondue.
Selbst mitbringen solltest du eine Mütze oder ein Stirnband, warme Handschuhe und Schuhe mit gutem Halt. Dazu eine wasserdichte, warme Jacke und Hose: Du sitzt nah am Schnee, und der Schlitten wirbelt Sprühschnee auf. Falls du ohne Winterausrüstung unterwegs bist, kannst du Jacke, Hose und Schuhe direkt an der Base mieten.
Die wichtigsten Fakten
Saison | Dezember bis März, je nach Schneeverhältnissen |
Start | 15:30, OUTDOOR Base Wilderswil (Industriestrasse 17) |
Dauer | ca. 3.5 Stunden, davon 1 Stunde Schlitteln |
Preis | CHF 149 pro Person, CHF 135 ab 10 Personen |
Privatgruppen | CHF 894 (bis 5 Personen), CHF 1639 (bis 12 Personen) |
Sprachen | Deutsch und Englisch |
Erfahrung | Keine nötig, Briefing vor der Abfahrt |
Die Touren sind wetterabhängig. Wenn eine Durchführung nicht möglich ist, melden wir uns bei dir: umbuchen, eine andere Aktivität wählen oder das Geld vollständig zurück. Schneit es während der Fahrt, ist das kein Problem, sondern Stimmung.
Verdien dir dein Fondue
Fondue gibt es in jedem zweiten Restaurant zwischen Interlaken und Grindelwald, und schlecht ist es selten. Aber es gibt einen Unterschied zwischen einem Fondue, das du bestellst, und einem, auf das du eine Stunde lang zugefahren bist. Kalte Wangen machen warmen Käse besser. Das ist keine Poesie, das ist Erfahrung aus vielen Wintern.
Wenn du diesen Winter einen Abend in der Region planst, der mehr ist als Bar oder Restaurant: Das hier ist er. Dezember bis März, Start um 15:30, ab CHF 135 pro Person.


