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Dein Tandem-Tag: Der Ablauf für Insider

20. MÄRZ
2026
Dein Tandem-Tag: Der Ablauf für Insider

Du kennst die Berner Alpen – von Skitouren, Wanderungen oder Kletterrouten. Aber den vertrauten Horizont von Eiger, Mönch und Jungfrau aus der vertikalen Perspektive zu erleben, ist eine Erfahrung, die selbst alten Bergfüchsen den Atem raubt. Ein Tandem-Skydive ist weit mehr als ein touristisches Häkchen auf der Liste; es ist eine intensive Begegnung mit den Elementen Luft und Schwerkraft. Hier brechen wir den Tag auf das Wesentliche herunter: präzise Abläufe, technische Fakten und das, was diesen Perspektivwechsel so einzigartig macht. Kein unnötiges Drama, nur der reine Ablauf.


Check-in: Briefing auf Augenhöhe

Der Treffpunkt ist entweder direkt an der Dropzone in Interlaken oder Reichenbach, oder wir holen dich ab. Sobald du ankommst, merkst du schnell: Hier arbeiten Profis. Deine Tandem-Master sind oft selbst Piloten, Rigger oder erfahrene Alpinisten.

Beim Check-in erledigen wir die Formalitäten effizient. Ja, der "Waiver" (Haftungsausschluss) gehört dazu – das kennst du von jedem Risikosport. Viel wichtiger ist aber das erste Gespräch mit deinem Instruktor. Nutze die Gelegenheit, um die Bedingungen zu checken. Woher kommt der Wind? Wie ist die Sicht über dem Grat? Dein Guide erklärt dir den Ablauf nicht wie einem Schulkind, sondern wie einem Partner. Wir schätzen es, wenn Gäste mitdenken.

Personen in Overalls liegen auf dem Boden in einer Halle, umgeben von Fallschirmen und Ausrüstung.

Ausrüstung und Vorbereitung

Vergiss komplizierte Packlisten. Wir stellen das technische Material: Sprunganzug (schützt vor Wind und Kälte, auch im Sommer auf 4000m wichtig), Lederkappe, Brille.

Das Gurtzeug wird dir von deinem Tandem-Master angepasst. Es muss eng sitzen, fast wie ein Klettergurt, aber mit mehr Auflagefläche. Wir erklären dir die vier Verbindungspunkte (Karabiner), die dich später am Hauptschirm (und am Instruktor) halten. Jeder Haken ist auf Lasten ausgelegt, die weit über dem liegen, was physikalisch auftreten wird.

Die Trockenübung am Boden ist kurz und knackig:

  • Exit-Position: Hohlkreuz ("Banane"), Kopf in den Nacken. Das sorgt für stabile Aerodynamik sofort nach dem Ausstieg.
  • Freifall: Arme locker, Beine angewinkelt.
  • Landung: Knie hochziehen.
Zwei Personen in Fallschirmausrüstung, einschließlich Helmen und Gurten, bereiten sich darauf vor, aus einem Flugzeug über den Bergen zu springen.

Der Flug: Topografie mal anders

Der Aufstieg auf 4000 Meter dauert rund 15 bis 20 Minuten. Für viele ist das der Moment, in dem die Realität einsetzt. Für dich ist es die Gelegenheit, die Region neu zu scannen. Du siehst die Topografie des Thuner- und Brienzersees, die Gletscherschliffe und Grate.

Der Flug selbst ist oft ruhiger als erwartet. Wir fliegen nach Sichtflugregeln (VFR), suchen die Wolkenlücken und positionieren uns exakt über der Dropzone. Dein Master wird die Ausrüstung ein letztes Mal checken ("Gear Check") und dich an den Hauptpunkten einhängen. Ein kurzer Schulterklopfer, ein Blickkontakt – das Signal für "Ready".

Zwei Personen beim Tandem-Fallschirmsprung über Bergen, mit blauen Fallschirmen und Sicherheitsausrüstung.

Der Exit: Commitment ist alles

Wenn die Tür auf 4000 Metern aufgeht, wird es laut und kalt. Das ist die Crux des Tages. Dein Gehirn wird dir signalisieren, dass das Verlassen eines intakten Flugzeugs eine schlechte Idee ist. Hier hilft das Mindset, das du vom Berg kennst: Entschlossenheit.

Wir rutschen zur Kante. Auf "Go" lassen wir uns fallen. Kein Springen, kein Abstossen – einfach der Schwerkraft übergeben. Die ersten Sekunden sind pure Beschleunigung, bis der Luftwiderstand dich trägt.


Freifall: Surfen auf dem Luftpolster

Nach wenigen Sekunden erreichst du die "Terminal Velocity" von ca. 200 km/h. Das Gefühl des Fallens verschwindet komplett. Stattdessen liegst du auf einem harten Luftpolster. Du kannst steuern, dich drehen, die Hände bewegen.

Der Blick auf die Eigernordwand, die Gletscherfelder und die tiefblauen Seen ist unverstellt. Keine Fensterscheibe, kein Seil im Weg. Es ist die ehrlichste Aussicht, die du haben kannst. Du bist für 45 Sekunden Teil des Elements. Geniess die absolute Klarheit im Kopf – hier oben gibt es keinen Platz für Alltagssorgen.


Schirmfahrt und Landung

Auf ca. 1500 Metern öffnet der Master den Schirm. Der Übergang ist abrupt: Von Lärm und Speed zu absoluter Stille. Jetzt hast du 5 bis 7 Minuten Zeit, um "runterzukommen" – im doppelten Sinne. Wir können Spiralen fliegen (für G-Kräfte Fans) oder sanft gleiten. Du kannst die Steuerleinen oft selbst übernehmen und ein Gefühl für die Kappe bekommen.

Die Landung erfolgt meist stehend oder rutschend auf dem Hosenboden, je nach Windverhältnissen. Wir landen direkt auf der Matte in Interlaken.


Fazit: Eine neue Dimension für deine Home-Base

Nach der Landung wirst du merken: Das Adrenalin ist gut, aber die Perspektive ist besser. Du hast deine Heimatregion auf eine Art gesehen, die nur wenigen vorbehalten ist. Der Tandem-Skydive ist technisch sicher, professionell durchgeführt und bietet dir einen authentischen Zugang zu einer Welt, die sonst nur Vögeln und Piloten gehört.

Zwei Personen machen Tandem-Fallschirmspringen über schneebedeckten Bergen, tragen Helme und Gurte.
AbCHF 420.-

Airplane Skydive

Fallschirmsprung aus 4000 m: Adrenalin pur. Freier Fall, Alpenpanorama, Tandempilot.