Tandem Skydive: Voraussetzungen & Facts
Ein Tandemsprung ist der effizienteste Weg, die alpine Welt aus der Vertikalen zu erleben, ohne eine langjährige Ausbildung durchlaufen zu müssen. Doch auch wenn wir die technische Verantwortung übernehmen, gibt es physische und rechtliche Rahmenbedingungen, die stimmen müssen. Wir operieren hier nicht auf einem Rummelplatz, sondern in der Luftfahrt. Dieser Guide klärt die Hard Facts: Gewichtslimiten, Altersgrenzen und gesundheitliche Voraussetzungen, damit du weisst, ob du "Ready for Take-off" bist.
Die Gewichtslimiten: Physik ist nicht verhandelbar
Beim Fallschirmspringen arbeiten wir mit definierten Lastenbereichen. Diese Grenzen sind keine Schikane, sondern basieren auf der Zertifizierung unserer Ausrüstung und der Aerodynamik.
Das Standard-Limit
In der Regel gilt bei den meisten Anbietern in der Schweiz ein maximales Körpergewicht von 100 kg bis 105 kg(inklusive Kleidung und Schuhen).
Warum ist das so?
- Materialbelastung: Die Gurtzeuge und Schirme sind für eine bestimmte Gesamtlast (Tandem-Master + Passagier + Ausrüstung) zugelassen.
- Landung: Je höher das Gewicht, desto schneller der Sinkflug unter dem Schirm. Eine sichere, sanfte Landung erfordert, dass wir die Vorwärtsfahrt bei der Landung ("Flare") effektiv in Auftrieb umwandeln können. Bei zu hohem Gewicht wird dieser Spielraum kleiner, was das Verletzungsrisiko erhöht.
Ausnahmen und Zuschläge
Bist du schwerer als 100 kg? Frag direkt an. Manchmal ist es abhängig von der Körperproportion (Grösse vs. Gewicht) und der Fitness möglich, bis zu einem gewissen Grad Ausnahmen zu machen – oft gegen einen kleinen Aufpreis, da spezielle Instruktoren oder Ausrüstung eingeplant werden müssen. Aber: Sei ehrlich bei der Buchung. Ein "Schummeln" beim Gewicht fliegt spätestens beim Check-in auf und führt zur Absage aus Sicherheitsgründen.
Das Alter: Von jung bis "ewig jung"
Mindestalter
In der Schweiz liegt das Mindestalter für einen Tandemsprung oft bei 12 Jahren. Wichtiger als die Zahl im Pass ist jedoch die körperliche Konstitution. Der Passagier muss gross genug sein, damit das Gurtzeug sicher sitzt (oft mind. 140 cm oder 40 kg).
- Unter 18: Minderjährige brauchen zwingend die schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten. Wenn die Eltern nicht vor Ort sind, muss das Formular im Voraus organisiert werden.
Höchstalter
Gibt es nicht. Wir haben regelmässig Gäste über 70, 80 oder sogar 90. Solange du geistig fit bist und die Beine für die Landung anheben kannst, steht dem Sprung nichts im Wege. Unsere ältesten Gäste geniessen oft den ruhigsten Puls – Lebenserfahrung hilft eben auch auf 4000 Metern.
Gesundheitliche Voraussetzungen: Fit für den Freifall?
Du musst kein Hochleistungssportler sein, um aus einem Flugzeug zu springen. Eine normale Grundfitness reicht völlig aus. Es gibt jedoch einige Punkte, die du beachten musst.
Der Bewegungsapparat
Die kritischste Phase ist die Landung. Du musst in der Lage sein, deine Beine für einige Sekunden waagerecht anzuheben, damit wir auf dem Hintern rutschend landen können.
- Knie- oder Rückenprobleme: Wenn du hier Vorbelastungen hast (z.B. Bandscheibenvorfall, Kreuzbandriss), sprich vorher mit deinem Arzt. Die Schockbelastung bei der Schirmöffnung ist moderat (ca. 3-4 G), aber vorhanden.
Herz-Kreislauf
Der Adrenalinschub ist real. Wenn du unter unbehandeltem Bluthochdruck oder Herzproblemen leidest, ist Vorsicht geboten. Ein Skydive ist Stress für den Körper – positiver Stress, aber Stress.
Druckausgleich (Ohren und Nebenhöhlen)
Wir fallen mit 200 km/h von 4000 auf 1500 Meter. Der Druckunterschied ist spürbar.
- Erkältung/Schnupfen: Wenn deine Nebenhöhlen dicht sind, spring nicht. Der fehlende Druckausgleich kann extrem schmerzhaft sein und im schlimmsten Fall das Trommelfell schädigen. Verschieb den Sprung lieber.
Tauchen (Scuba Diving)
Für die Wasserratten unter euch: Zwischen einem Tauchgang und einem Skydive müssen mindestens 24 Stunden liegen. Stickstoffanreicherung im Blut plus Höhenunterschied ist eine gefährliche Mischung (Dekompressionskrankheit).
Brillenträger und Kontaktlinsen
"Ich sehe nichts ohne Brille" – kein Problem.
- Brille: Wir haben spezielle Überbrillen, die winddicht über deine normale Korrekturbrille passen.
- Kontaktlinsen: Sind eigentlich noch besser. Die Sprungbrille schützt deine Augen vor dem Wind, sodass du die Linsen nicht verlierst. Sag deinem Instruktor kurz Bescheid, damit er beim Festziehen der Brille darauf achtet, dass sie nicht auf die Augen drückt.
Alkohol und Drogen
Hier gibt es keine Diskussion: 0,0 Promille. Wer alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss erscheint, bleibt am Boden. Punkt. Das gilt für deine Sicherheit und die unseres Teams. Heb dir das Bier für das "After-Landing" auf – dann schmeckt es eh besser.
Fazit: Ehrlichkeit währt am längsten
Die Voraussetzungen für einen Tandemsprung sind für die meisten gesunden Menschen problemlos erfüllbar. Der wichtigste Faktor ist Kommunikation. Wenn du unsicher bist – sei es wegen einer alten Sportverletzung, deinem Gewicht oder einer medizinischen Frage – ruf uns an oder schreib uns. Wir kennen die Belastungen genau und können ehrlich einschätzen, was geht und was nicht. Wir wollen, dass du sicher unten ankommst und das Erlebnis geniessen kannst.
Wir kümmern uns um die Technik, du bringst die Motivation mit.

