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Expedition Ladakh – Mount Nun 7135m

27. SEPT.
2024
Expedition Ladakh – Mount Nun 7135m

Expedition Ladakh – Mount Nun 7135m

Im Herbst 2022 kam Marco Bomio mit der Idee im Rahmen des 125-Jahr Jubiläums des Bergführervereins Grindelwald eine Expedition nach Ladakh zu organisieren. Im Fokus stand der 7135 Meter hohe Mount Nun in Nordindien. So fand sich eine kleine Gruppe, bestehend aus Marco Bomio (Bergführer), Hansruedi Gertsch (Bergführer), Tina Gertsch (Wanderleiterin) und Pascal Kolly (Gebirgsspezialist der Kantonspolizei) zusammen.

Weg

Am 20. August flogen wir also zu viert von Zürich nach Delhi. Nach einem Tag Aufenthalt und einer Vorstellung beim IMF (Indian Mountaineering Foundatioin) ging es per Flugzeug weiter nach Leh in Ladak. Hier trafen wir auf die weiteren Expeditionsteilnehmer: eine Belgierin und ein britisch-indischer Doppelbürger), sechs Sherpas und ein Küchenchef mit seinen zwei Küchengehilfen – eine bunte Truppe aus unterschiedlichen Nationen. Wir fuhren per Bus nach Kargil und am Tag darauf nach Tangol. Hier schlugen wir unser erstes Camp auf. Nach der ersten Nacht ging es in einer Tageswanderung weiter ins Basecamp auf 4600 Meter über Meer – endlich waren wir der Hitze im Tal entflohen.

Akklimatisation

Weg zum Camp 1

Eine kurze Akklimatisationswanderung auf 5000m und schon starteten wir am folgenden Tag zum Aufstieg ins Camp 1. Über eine steile Moräne erreichten wir den Gletscher. Langsam stiegen wir weiter hoch durch den Gletscherabbruch auf ein grosses Gletscherplateau, wo sich das Camp 1 auf 5500m befand. Endlich konnten wir unseren Gipfel – den Mount Nun das erste Mal sehen. Beim Anblick unseres Ziels wurde uns allen etwas flau im Magen – steil ragt die Pyramide des Mount Nun empor, überzogen von glänzendem Blankeis und brüchigen Felsen. Unsere Sherpas informierten uns, dass die geplante Normalroute in diesem Sommer nicht möglich sei, wegen eines grossen Spalts. So mussten wir auf die Nordwest-Seite des Berges, auf die deutlich steilere Route der Erstbegeher ausweichen.


Weg zum Camp 2

Nach einem Akklimatisationstag im Camp 1 packten wir unsere Zelte zusammen und machten uns auf ins Camp 2. Dieses befand sich nur gerade 100 Höhenmeter weiter oben und war durch eine kurze Gletscherwanderung erreichbar. Um den Tag noch etwas auszufüllen und damit uns nicht langweilig wurde, stiegen wir gleichentags noch bis 6000m auf. Hier wurde die Luft deutlich dünner und drosselte unser Aufstiegstempo.

Nach einer weiteren Nacht in Schnee und Eis, stiegen wir wieder ab ins Basecamp. Es folgte ein Ruhetag, an welchem wir uns für den bevorstehenden Summitpush vorbereiteten.

Summitpush

Weg zum Camp 1 & 2

Und so stiegen wir am 2. September wieder ins Camp 1 auf. Gut akklimatisiert fühlte sich der Anstieg diesmal auch schon viel angenehmer an. Die Höhe war zwar spürbar, aber es ging deutlich besser als beim ersten Aufstieg. Am Tag darauf traversierten wir den Gletscher rüber ins Camp 2, wo wir dann nochmals einen Ruhetag einlegten.


Weg zum Camp 3

Nun ging es weiter über die steile Flanke ins Camp 3 – knapp 800 Höhenmeter und eine Distanz von 1.3 Kilometer. An Fixseilen gesichert schoben wir unseren Jümar Stück für Stück hoch und legten immer wieder Pausen um atmen ein. Kurz nach dem Mittag erreichten wir Camp 3 auf 6350m. Hier war es denn auch weniger gemütlich. Zum einen war jede Bewegung anstrengend und zum anderen befand sich das Camp an einer Flanke, wo ein falscher Schritt fatale Folgen gehabt hätte. So gestaltete sich auch der Toilettengang sehr mühsam und kraftraubend.

OLYMPUS DIGITALKAMERA

Nach einer kurzen Nacht starteten wir am 6. September um 2.30 Uhr zu unserem Gipfelversuch. Eiskalt bliess uns der Wind ins Gesicht. Schritt für Schritt und Atemzug für Atemzug kämpften wir uns den Berg hoch. Auf 6500m war für mich Schluss und ich kehrte mit meinem Sherpa ins Camp 3 zurück. Auch die Belgierin und der britisch-indische Doppelbürger drehten mit ihren Sherpas um, weil ihnen die Höhe und Anstrengung zu schaffen machte. Marco, Pascal und Hansruedi kämpften sich durch und standen um 8.30 Uhr auf demGipfel des Mount Nun. Damit waren sie erst die zweite Expedition in diesem Jahr. Was für ein tolles Gefühl – herzliche Gratulation.

Nach dem Gipfelglück gings zügig wieder runter ins Camp 3 und weiter ins Camp 2 und am nächsten Tag ins Basecamp. Endlich war es wieder wärmer und die Luft mit Sauerstoff gesättigt. Wir feierten den Gipfelerfolg mit einem feinen Kuchen aus der Küche und vor allem, dass wir alle wieder heil unten angekommen waren. Tags darauf stiegen wir weiter ab nach Tangol und machten uns, mit ein paar Ruhetagen, auf die Heimreise.

Eine unvergessliche Reise in ein wunderschönes Land!

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