Packliste für den Winter-Skydive: Clever Zwiebeln statt Frieren
Ein Skydive im Winter, wenn die Alpen unter einer dicken Schneedecke liegen und die Luft kristallklar ist, hat eine ganz eigene Magie. Die Sicht ist oft unendlich, die Kontraste zwischen dem Weiss der Gipfel und dem tiefen Blau des Himmels sind intensiver. Doch diese Klarheit hat ihren Preis: Es ist kalt. Auf 4000 Metern, bei einem Fahrtwind von 200 km/h, kann die gefühlte Temperatur schnell auf arktische Werte sinken. Damit du den Sprung geniessen kannst, ohne zu frieren, ist die richtige Ausrüstung entscheidend. Hier ist eine praxiserprobte Packliste für erfahrene Outdoor-Gänger, die wissen, dass es kein schlechtes Wetter gibt, nur unpassende Kleidung.
Das Zwiebelprinzip: Dein bester Freund in der Höhe
Du kennst es von Skitouren oder vom Eisklettern: Mehrere dünne Schichten sind effektiver als eine dicke. Das Zwiebelprinzip erlaubt es dir, die Isolation an die wechselnden Bedingungen anzupassen – vom warmen Briefing-Raum über das kühle Flugzeug bis hin zum eiskalten Freifall.
1. Die Basisschicht (Baselayer)
Alles beginnt direkt auf der Haut. Hier brauchst du Material, das Feuchtigkeit vom Körper wegleitet. Baumwolle ist ein No-Go; sie saugt sich voll und kühlt dich aus.
- Empfehlung: Ein langärmeliges Shirt und lange Unterhosen aus Merinowolle oder hochwertiger Kunstfaser. Merinowolle hat den Vorteil, dass sie auch in feuchtem Zustand noch wärmt und geruchsneutral ist.
2. Die Isolationsschicht (Midlayer)
Über der Basisschicht kommt die Wärme. Diese Schicht soll die Körperwärme speichern.
- Empfehlung: Ein Fleecepullover (z.B. Polartec) oder eine dünne, eng anliegende Daunen- oder Kunstfaserjacke. Achte darauf, dass sie nicht zu voluminös ist, da du noch den Sprungoverall darüber tragen wirst. Eine Weste kann eine gute Ergänzung sein, um den Rumpf warm zu halten, ohne die Armbeweglichkeit einzuschränken.
3. Die Wetterschutzschicht (Shell) – Dein Sprungoverall
Diese Schicht stellen wir dir zur Verfügung. Unsere Sprungoveralls sind robust und winddicht. Sie werden über deiner Kleidung getragen und sind so geschnitten, dass sie über mehrere Schichten passen. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Wind abzuhalten und zu verhindern, dass etwas flattert und sich verfangen kann.
Extremitäten: Wo du die meiste Wärme verlierst
Kopf, Hände und Füsse sind die kritischen Punkte. Wenn sie kalt werden, zieht der Körper die Wärme aus dem Rumpf ab.
Hände: Feingefühl ist gefragt
Dicke Fäustlinge sind warm, aber unpraktisch. Du musst noch in der Lage sein, die Griffe am Gurtzeug zu fassen.
- Empfehlung: Dünne, aber warme Fingerhandschuhe aus Softshell oder Windstopper-Material. Wir stellen dir zusätzlich Fausthandschuhe zur Verfügung, die du darüber tragen kannst, um deine eigenen Handschuhe zu schützen und den Windchill weiter zu reduzieren.
Füsse: Stabil und warm
Vergiss leichte Turnschuhe. Du brauchst festes Schuhwerk, das deine Knöchel stützt und isoliert.
- Empfehlung: Deine bewährten Winter-Wanderschuhe oder stabile Bergschuhe sind perfekt. Achte darauf, dass sie gut eingelaufen sind. In Kombination mit einem Paar guter Skisocken oder dicken Wollsocken bleiben deine Füsse warm.
Kopf und Hals
Ein grosser Teil der Körperwärme geht über den Kopf verloren.
- Empfehlung: Ein dünnes Schlauchtuch (Buff) ist ideal. Du kannst es als Halswärmer tragen und bei Bedarf bis über die Nase ziehen.
Das Gesicht: Schutz vor Wind und Sonne
Auf 4000 Metern ist die UV-Strahlung auch im Winter intensiv, und der Wind kann die Haut schnell austrocknen.
- Sprungbrille: Wir stellen dir eine spezielle Brille zur Verfügung, die über die meisten optischen Brillen passt. Sie schliesst dicht ab, um deine Augen vor dem Wind zu schützen.
- Sonnenschutz und Lippenschutz: Creme dich vor dem Sprung mit einem hohen Lichtschutzfaktor ein. Kalte, trockene Lippen reissen schnell auf, also vergiss den Lippenbalsam nicht.
Was du nicht mitnehmen darfst
Aus Sicherheitsgründen sind einige Dinge im Flugzeug und während des Sprungs streng verboten. Dazu gehören:
- Eigene Kameras: Lose Gegenstände können im freien Fall zu gefährlichen Projektilen werden. Unsere Tandem-Master sind speziell geschult und ausgerüstet, um sicher zu filmen.
- Schals und lose Tücher: Alles, was flattern und sich in Leinen oder Griffen verfangen kann, muss am Boden bleiben. Deshalb sind Buffs ideal, da sie eng anliegen.
Fazit: Gut vorbereitet für ein unvergessliches Erlebnis
Ein Winter-Skydive ist eine technische und logistische Angelegenheit, bei der deine Kleidung eine entscheidende Rolle spielt. Mit der richtigen Vorbereitung nach dem Zwiebelprinzip und dem Schutz deiner Extremitäten stellst du sicher, dass du dich voll und ganz auf das konzentrieren kannst, was wirklich zählt: die atemberaubende Aussicht auf die verschneiten Schweizer Alpen und das unbeschreibliche Gefühl der Freiheit.

